Der Deutsche Werkbund Bayern lädt ein zur Montagsrunde

Zeitgemäße Partizipation
Planungspolitiken London und Baden-Württemberg

Ein Beitrag zum Thema IBA in München

­Montag, 15. November 2021 um 19.00 Uhr
Veranstalter: Deutscher Werkbund Bayern e.V.
Referent: Dr. Jürgen Kufner, München
Online-Veranstaltung via Zoom
Anmeldung an [email protected]

Dr. Jürgen Kufner ist Experte für politische Prozesse in Planungsverfahren und zertifizierter Mediator sowie Gründer von reinforce – Partizipation, Mediation, Verhandlung.

In Beziehung zu den laufenden Planungen, eine Internationale Bauausstellung (IBA) in München bzw. Bayern zu etablieren, wird das Thema der Partizipation fokussiert. Im Kern versucht der Vortrag Chancen aufzuzeigen, die die Etablierung einer „Kultur der Partizipation“ für eine IBA Bayern eröffnen könnte. Um die Wirkungsweise zeitgemäßer Partizipation in Großprojekten zu verdeutlichen, wird ein Vergleich zweier „Planungskulturen“ bemüht.

Anhand des Beispiels der Londoner Hochhausplanung von 2000-2008 wird gezeigt, wie innerhalb eines Ansatzes des „Sich-Durchsetzens“ eine große Anzahl ökonomisch sowie ästhetisch interessanter Projekte planerisch umgesetzt wurde. Im Kontrast dazu steht die „Kultur der Partizipation“, wie man sie seit 10 Jahren in Baden-Württemberg entwickelt. Viele der Probleme, die entstehen, wenn sich die einflussreichen Interessengruppen durchsetzen, entstehen in zeitgemäßen Ansätzen der Partizipation erst gar nicht.

In London versprach die Entwicklung von high-end Hochausplanungen sehr hohe finanzielle Gewinne. Diese Bestrebungen stießen auf unnachgiebigen Widerstand durch Interessensgruppen des Denkmalschutzes. Als Reaktion darauf wurden Denkmalschutz-Interessen im Verlauf der Fortschreibung der Stadtentwicklungsplanung systematisch marginalisiert. Im Verlauf der Planungsprozesse nahmen stark feindselige Interaktionen zwischen Interessengruppen stetig zu. Eine Reihe von „Präzedenzfällen“ wurde genehmigt, wodurch in den folgenden Jahren ein regelrechter Hochhausboom befördert wurde. Der Preis für die „erfolgreiche“ Durchsetzungspolitik und die daraus resultierenden Eskalationen von Konflikten waren stark verzögerte Planungsprozesse sowie eine Absenz von Planungssicherheit. Zudem wurden Beziehungen zwischen Teilen der regierenden Organe auf Landes-, Regional- und Lokalebenen sowie der Privatwirtschaft und Bürgerinitiativen irreparabel geschädigt.

Im starken Kontrast zur Durchsetzungspolitik steht eine planerische „Kultur der Partizipation“, wie man sie seit 10 Jahren in Baden-Württemberg fortschreitend etabliert. Anhand von Beispielen aus Baden-Württemberg werden Schlüsselprinzipien guter und zeitgemäßer Partizipation erläutert. Im Wesentlichen bringt dieser Ansatz Vorteile wie z. B. schnellere Planungsprozesse und höhere Planungssicherheit. Im Rahmen der Partizipation können die Interessengruppen erkennen, welche Bedürfnisse sie selbst, aber auch welche Bedürfnisse die anderen haben. Die Beziehungen zwischen den Interessengruppen werden sukzessive positiv geprägt was die Grundlage für zukünftige Kooperationen und konstruktive Interaktionen legt. Die Ergebnisse der Partizipation werden nachhaltig, wenn man es schafft, die Bedürfnisse aller Interessengruppen in die Planung einzubeziehen.

Aufbauend darauf wird skizziert, welche Rolle eine zeitgemäße Partizipation im Rahmen einer IBA in München und Bayern spielen könnte. Eine IBA könnte als Katalysator für einen Innovationssprung der Beteiligungspraxis in Bayern genutzt werden.

Die Veranstaltung findet via Zoom statt. Eine Teilnahme ist über Telefon ebenfalls möglich. Um den informellen Charakter zu wahren wird die Veranstaltung nicht aufgezeichnet.


Eine Anmeldung ist erforderlich unter [email protected].
 Der Zugangslink wird Ihnen dann kurz vor Veranstaltungsbeginn per Email zugeschickt.

Martin Schnitzer
Stellvertretender Vorsitzender
Deutscher Werkbund Bayern

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