Ausstellung, Sponsoring

Ein Vorbild für Europa: Die Maxburg in München / Sep Ruf Gesellschaft

Ein Vorbild für Europa: Die Maxburg in München / Sep Ruf Gesellschaft

Ein Vorbild für Europa
Die Maxburg in München

Donnerstag, 27. Juni 2019 um 17.00 Uhr
Maxburg, Eingang Lenbachplatz 7, 80333 München
im Lichthof des Landgerichts München I
Eine Ausstellung des Amtsgerichts München in Kooperation mit dem
Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Sep Ruf Gesellschaft e.V.
Ausstellung bis 31. August 2019

Es sprechen
Georg Eisenreich, Bayerischer Staatsminister der Justiz
Mathias Pfeil, Generalkonservator, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Uwe Kiessler, Vorsitzender der Sep Ruf Gesellschaft

Mit Unterstützung von Schnitzer&

Der moderne Wiederaufbau (1954–1957) der im Zweiten Weltkrieg zerstörten alten Herzog-Max-Burg polarisierte wie kein anderes Bauvorhaben in der Nachkriegszeit die Münchner Bürger. Auch inzahlreichen kritischen Presseartikeln wurde die Architektur von Sep Ruf und Theo Pabst als „hart“, „amerikanisch“ und „unmünchnerisch“ bezeichnet. Bürger forderten eine Probefassade und initiierten eine Unterschriftenaktion. Demgegenüber lobten Vertreter der Münchner Architektenschaft sowie die deutsche und englische Fachpresse den Neubau. Auch der Kunsthistoriker Sigfried Giedion hob 1960 in einem Brief an Walter Gropius, den Gründer des Bauhauses, einzig die Architektur von Sep Ruf aus dem für ihn „hoffnungslosen Wiederaufbau des Münchner Stadtkerns“ hervor. 1971 würdigte der Doyen der europäischen Architekturgeschichtsschreibung, Nikolaus Pevsner, im Lexikon der Weltarchitektur die Maxburg als „ein Vorbild für Europa, wie Altes und Neues ohne Kompromiß und doch harmonisch zusammenleben können“.

In der gegenwärtigen Diskussion um die Rekonstruktion ganzer Altstädtegewinnt die Maxburgals modern gestalteter städtischer Raum mit historischen Bezügen wieder besondere Bedeutung. Die Anlage, die deutschlandweit ihresgleichen sucht, ist für die Bürger geöffnet, Innen und Außen fließen ineinander und der Turm der alten Maxburg korrespondiertals maßstabsetzendes Element mit dem Neubau. Dieses herausragende Beispiel des Wiederaufbaus in München wurde anfangs auch aufgrund einiger Bauschäden kritisiert. Die Kritiken verstummten bald und die Maxburg wurde für Jahrzehnte ein beliebter Treffpunkt.Leider fristet das Areal heute eher ein Schattendasein. Es ist zu hoffen, dass die breite Öffentlichkeit die Qualitäten dieses Münchner Architekturjuwels wieder erkennt oder neu entdeckt.

Die Ausstellung in den Schaufenstern des MINI Pavillons(früher BMW-Pavillon)erzählt anhand von Fotos, Texten und Filmausschnitten die Geschichte der Maxburg. Weitere Fotografien sind im 1. Obergeschoss des Amtsgerichts ausgestellt (Zugang über das Landgericht München I, Lenbachplatz 7).

Abbildung:
Pacelliblock mit dem Turm der Alten Herzog-Max-Burg, um 1957
© Architekturmuseum der TU München