Auf dem Holzweg in die Zukunft - Werkbericht Menges Scheffler / Neues Museum / BDA

Auf dem Holzweg in die Zukunft
Möglichkeiten und Perspektiven mit Holz als modernem Baustoff

Dienstag, 16. Oktober 2018 um 19.00 Uhr
Neues Museum Nürnberg, Klarissenplatz, 90402 Nürnberg
Veranstalter: Neues Museum Nürnberg
in Kooperation mit dem BDA
Referent: Achim Menges + Eva Menges, Menges Scheffler Architekten, Frankfurt am Main

Mit Unterstützung von Schnitzer&

Mit modernen Holzkonstruktionen sind wir heutzutage in der Lage annähernd alle Gebäudetypologien in fast allen Größenordnungen zu realisieren.

Holz als Baustoff hat baugeschichtlich eine lange Tradition. Von der ersten Urhütte, über einfach konstruierte Unterstände und Hütten in den Alpen, über hohe Stabkirchen zu den in kräftigen Farben lackierten Holzfassaden in Skandinavien. Die insbesondere für unsere fränkische Region prägenden mehrgeschossigen Fachwerkkonstruktionen sind dabei nicht nur statisch sehr intelligent konstruiert, sondern berücksichtigten schon damals ganz moderne Aspekte der Wiederverwendung und der Vorfabrikation. In den USA haben sich die in „two by four“ vorfabrizierten konstruierten Holzkonstruktionen bis heute als etabliertes Bausystem behauptet.

In Deutschland setzte sich dann aber mehr und mehr die massive Bauweise durch, das Holz kam dabei bis in die 1980er Jahre oft nur noch als Accessoire vor, z.B. als klassischer Dachstuhl oder auch als weit gespannte Binder in Sport- oder Industriehallen. 1989 wurden in Deutschland nur zwölf Prozent der Neubauten als Holzkonstruktionen errichtet, 2013 waren es mit rd. 15% nur 3% mehr. Rund 85% aller Projekte werden aktuell also als reine Massivkonstruktionen errichtet.

„Mit einem Drittel der jährlichen Holzernte Deutschlands könnte man theoretisch alle Neubauten eines Jahres errichten“ führt der Holzbauarchitekt Prof. Hermann Kaufmann aus. Brand- und Schallschutz, reduzierte Speichermassen oder die geringere Witterungsbeständigkeit sind keine Gründe mehr, sich nicht für das nachwachsende Baumaterial Holz als Konstruktionsmittel zu entscheiden. Neben den atmosphärischen und haptischen Vorzügen sind nur so ökologisch optimale, also wirklich nachhaltige Ergebnisse, nicht nur in der Herstellung, sondern auch über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet, möglich.

Der BDA Kreisverband Nürnberg, Mittel- Oberfranken möchte im Rahmen seiner Werkberichtreihe im Jahr 2018 diese Möglichkeiten moderner Holzkonstruktionen aufzeigen. Dazu läd er Architekten und Ingenieure zu Werkberichten ein, die mit dem Werkstoff Holz interessante und hochwertige Projekte realisieren.