Münchner Klimaherbst - Verlöschendes Industriezeitalter / Architekturgalerie im Bunker

Die Architekturgalerie lädt ein zur Buchlesung mit Fotopräsentation

Verlöschendes Industriezeitalter
Suche nach Aufbruch zwischen Rhein und Emscher

Dienstag, 10. Oktober 2017 um 19.00 Uhr
Bunker, Blumenstraße 22, 80331 München
Veranstalter: Architekturgalerie München (Info)
Referentin: Prof. Dr. Ingrid Krau

Mit Unterstützung von Schnitzer&

Das Feuer im Bild ist längst erloschen, die Großkokerei Hansa, technologisch wie architektonisch eine Inkunabel, seit 1992 stillgelegt. Heute ist sie ein von Vegetation durchzogenes Industriedenkmal. Das Bild steht symbolhaft für das Verlöschen des Ruhrgebiets, für das in 150 Jahren ausgeformte Anthropozän, das sich in „Ewigkeitskosten“ bemisst und für das gigantische Entschwinden von Arbeit. Professor Ingrid Krau gibt in ihrem Buch profunde Antworten, die das Verlöschen im Zeitraum eines halben Jahrhunderts und das Ausbleiben von Innovationsfähigkeit erklärt. Denn anders als sein angrenzender ländlicher Raum ist das Ruhrgebiet kein Industriegebiet mehr, aber hat auch keine tragfähige neue Gestalt gefunden. Sie setzt auf den Neubeginn der ganz jungen Generationen, auf einen Neustart, der Bildung, Ausbildung und Arbeit verbindet.

Das Verlöschen längst überholter Großtechnologien in raumgreifender Verbundwirtschaft hinterlässt im Ruhrgebiet ungelöste Fragen: Das Gebiet zwischen Rhein und Emscher ist geprägt von hoher Jugendarbeitslosigkeit, Abbau der Kohleindustrie, fehlenden Arbeitsplätzen, kommunalen Nothaushalten, steigenden Sozialausgaben trotz sinkender Einwohnerzahlen. Den Schulen fehlt das Geld - viele der Jungen leben in Frust und Desinteresse. Ungleichheit in vielen Dimensionen - ein Gerechtigkeitsproblem. Wie kann ein Aufbruch gelingen? Die Autorin ist kundige Zeitzeugin der Region.