„Chabolas - Die Schattenseite“ - Fotografien von Rainer Viertlböck

„Chabolas - Die Schattenseite“
Fotografien von Rainer Viertlböck

Montag, 6. Februar 2017 um 18.00 Uhr
Schnitzer& Studio, Lindwurmstraße 95a, 80337 München
Einführung: Nicola Borgmann, Architekturgalerie München

Ausstellung verlängert bis 9. März 2017
Erweiterte Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag von 10-18 Uhr
und nach Vereinbarung

Im Süden Spaniens leben Tausende von illegalen, zumeist afrikanischen Flüchtlingen in handgemachten Hütten, den so genannten Chabolas. Die Immigranten kommen in diese Region, geleitet von der Hoffnung, auf den riesigen Obstbau-Plantagen tage- oder saisonweise Arbeit zu finden. Zumeist bleibt es bei der Hoffnung, denn über 90 Prozent der Immigranten haben keinerlei Einkünfte. In den Ansiedlungen herrscht Hunger und auch das Trinkwasser ist knapp. Die meisten Obstbauern umzäunen die Plantagen oder stellen ihre Wasserhähne ab.

Die Hütten selbst sind komplett aus herumliegenden Abfall-Materialien des Obstanbaus hergestellt. Die Plastikplanen sind ehemalige Planen der Obstfelder, die zur Isolation verwendeten Kartons und Hölzer Obstkartons und Transportpaletten, die Gestänge entweder Material aus den Treibhäusern oder Zweige aus den Wäldern, die Wasserbehälter gebrauchte Kanister der Pflanzenschutz- und Düngemittel.

Die ausgestellten Arbeiten zeigen das Interieur und Exterieur der Flüchtlings-Behausungen in großformatigen Architektur-Bildern sowie einige Luftbilder der Umgebung und der mit dem Obstbau verbundenen Industrieanlagen.

Rainer Viertlböck: „Mich beeindruckte in meiner Arbeit an Chabolas vor allem auch die Würde und die Disziplin der Bewohner. Ich versuchte diesen von mir empfundenen Respekt in meinen Bildern einzufangen und zu vermitteln.“ Die Fotoarbeit entstand in enger Zusammenarbeit mit vor Ort tätigen, afrikanischen Selbsthilfeorganisationen im Bemühen, die Immigranten zu unterstützen. Die Bilder sind bei Rainer Viertlböck auf Anfrage erhältlich.

Biografie Rainer Viertlböck

Rainer Viertlböck begann seine Karriere als Fotograf 2001 mit grossformatigen Architekturmotiven. Sein künstlerisches Werk besteht meistens aus umfangreichen Bildserien und zeigt neben Architekturen, wie dem Lebenswerk des Architekten Helmut Jahn auch Stadträume und Landschaften. Hierbei widmet Rainer Viertlböck seine fotografische Arbeit zu gleichen Teilen den Licht- und den Schattenseiten unserer globalisierten Welt. So entstehen Fotoserien zu Themen über Chemie-Abraumlandschaften, still gelegten Industrie Brachen und Erzminen, Behausungen von illegalen afrikanischen Immigranten in Südspanien, den sogennanten „Chabolas“ oder über Bunkeranlagen an der Atlantikküste und weitere Bauten des Dritten Reichs.

„Chicago to Gary“ zeigt den verfallenden Süden von Chicago im Kontrast zu dessen glitzerndem und opulentem Zentrum, „From Tokyo to Fukushima“ bewegt sich aus der überbordenden Innenstadt der Metropole nach Norden und endet in den verlassenen Städten und Stränden rund um das havarierte Atomkraftwerk in Fukushima. Rainer Viertlböcks Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, publiziert und ausgestellt. Bei Schirmer/Mosel sind die Bildbände „München 2009-2015“, „Oktoberfest“ und „Helmut Jahn 1975-2015“ erschienen.