beierle.goerlich „ach, ich“ - Inszenierte Architekturfotografie

Vortragsreihe
„Aktivierung des ländlichen Raums“

zur Ausstellung
beierle.goerlich „ach, ich“
Inszenierte Architekturfotografie

Montag, 10. Juli 2017 um 19.00 Uhr
Schnitzer& Studio, Lindwurmstraße 95a (2. Innenhof), 80337 München
(U3/U6 und Bus 58, Goetheplatz, Lageplan)
Mit Peter Haimerl, Architekt und Till Hofmann, Kulturveranstalter
Moderation: Julia Hinderink

Ausstellung geöffnet bis 21. Juli 2017 nach Vereinbarung
Am Montag, 10. und 17. Juli 2017 jeweils geöffnet ab 15.00 Uhr

Mit 15-minütigen Kurzvorträge von Peter Haimerl und Till Hofmann über ihre Projekte zur Aktivierung des ländlichen Raumes mit anschließender Podiumsdiskussion

Weiterer Vortragsabend:
Montag, 17. Juli 2017 um 19.00 Uhr
Willi Koch, Luftmuseum Amberg und Andreas Auer, Ladenbergen

Peter Haimerl
Als realisierender Architekt, mit eigenem Büro seit 1991, konzentriert sich Peter Haimerl auf Projekte, die die Grenzen konventioneller Architektur überschreiten. Sein Anspruch ist, mit jedem Projekt faszinierende, unkonventionelle Lösungen zu gestalten und Innovationen zu entwickeln. Um dieser konzeptionellen Anforderung gerecht zu werden, ist sein Arbeitsprozess geprägt vom Austausch und der Einbindung verschiedenster Experten. Dabei entstehen in seinem Büro ganzheitliche Konzepte, in denen Architektur mit Bereichen wie Computer-Programmierung, Soziologie, Wirtschaft, Politik oder konzeptioneller Kunst fusioniert. So besteht z.B. das Projekt „zoomTown“ seit 2000 als offene Forschungsplattform zur Optimierung und Reorganisation städtischer Umwelt. Eine Parkgarage in der Münchner Innenstadt gehört zu seinen preisgekrönten Projekten, genauso wie ein Spiegel-Pavillon im Stadtpark von Cincinnati und das mehrfach ausgezeichnete Konzerthaus Blaibach. Unter dem Leitmotiv „Attraktion statt Restriktion“ widmet sich Peter Haimerl aktuell verstärkt dem Thema „Bauen im Bestand“. Im Rahmen der von ihm ins Leben gerufenen „Haus.Paten“ Initiative engagiert er sich umfassend für die Baukultur im Bayerwald. Jedes seiner Projekte ist speziell, die Anforderungen sind spezifisch, die Lösungen subtil. Seit 2016 hält Peter Haimerl eine Gastprofessur an der Technischen Universität Kassel für Städtebau inne.

Till Hofmann
ist ein Konzertveranstalter und Kulturmanager aus Passau, der seit Anfang der 1990er ein Kleinkunst-Imperium mit über 100 Mitarbeitern aufgebaut hat und seine Aktivit.ten bereits in jungen Jahren nach München und Wien ausbreitete. Er ist Chef der Münchner Kabarettbühnen Lustspielhaus, Lach-und Schießgesellschaft, Stadttheater Oblomov, Vereinsheim und Cafe Ringelnatz und des Stadtsaal in der Mariahilferstraße in Wien. Bis heute hat Till Hofmann die Münchner Kulturszene erheblich bereichert. Seit Jahren hat er die deutsche Entertainment-Crème in seiner Lach- und Schießgesellschaft und dem Lustspielhaus zu Gast, während er im Vereinsheim dem Nachwuchs ein Forum bietet. Auch in Passau ist Till Hofmann nach wie vor aktiv. Vor allem kennt man ihn hier als Veranstalter des Eulenspiegel Zeltfestivals. Er ist außerdem Initiator der Passauer Kunstnacht.

Die schwarze Frau in Viechtach
Viechtach ist ein Luftkurort, an einer Talschleife des Regens im Waldland. Vieh-, Leinen- und Schmalzhandel und Perlenfischer haben den Ort reich gemacht. Jetzt kommen die Touristen zum Klettern, Kanufahren, Skifahren und Wandern. Auch die schwarze Frau, eine Kunstfigur von beierle.goerlich besucht Viechtach. Sie taucht immer wieder dort auf, wo sich etwas verändert oder verändert hat. Nach Viechtach kommt sie mit dem Boot, als alles schon vorbei ist. Sie steht im demolierten Zentrum und seinen wabernden Siedlungen, sie sieht, was durch die Gleichgültigkeit der Bewohner aus den Städten wird.

Sie bleibt und wartet auf Entwicklung. Sie hört die Geschichten von Mörderinnen, Viehhändlern, Wirten und Händlern, geht in verlassene Häuser oder ihre Lücken. Währenddessen treibt sie in einer Wohnung aus Eis Wintersport, arbeitet in der Gastronomie, betreut zurückgelassene Kinder. Da in Viechtach ein Viertel des Stadtplatzes verschwunden ist, hat sie die Möglichkeit, im schon im Zentrum zu klettern und von dort in die fernen Wälder zu sehen.

Fotos: Edward Beierle, Fanny Haimerl