Urbanauten überreichen „Tutzinger Erklärung“


Am 13. Februar 2014 wurde in der gut besuchten Orange Bar von Green City Energy die 48 Seiten starke "Tutzinger Erklärung: Mehr Platz für Alle! Die Zukunft des öffentlichen Raumes in der großen Stadt München" den anwesenden drei Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt in München überreicht. Sabine Nallinger (Grüne), Michael Mattar (FDP) und Josef Schmid (CSU) nahmen die Erklärung entgegen und stellten sich der Diskussion unter der Moderation von Michael Ruhland. Dieter Reiter (SPD) glänzte - trotz Zusage - durch Abwesenheit.

Informationen zur Tutzinger Erklärung auf urbanauten.org

Tutzinger Erklaerung

von links: Ulrike Bührlen  (urbanauten), Josef Schmid (CSU), Sabine Nallinger (Grüne), Michael Mattar (FDP), Benjamin David (urbanauten) - Foto: © KaroKnote

Die Tutzinger Erklärung hatten 120 engagierte Münchnerinnen und Münchner am letzten Januarwochenende 2014 in der Evangelischen Akademie Tutzing gemeinsam verfasst und bearbeitet. Zur Tagung in Tutzing eingeladen hatten die Urbanauten zusammen mit der Evangelischen Akademie Tutzing und dazu aus ihrem Netzwerk von Kreativ- und Kulturförderern, Stiftungen und politischen Foren, die sich auf verschiedenste Weise mit der Zukunft der Stadt auseinandersetzen, eine gewichtige Gruppe von Münchner Bürgerinnen und Bürgern mobilisiert.

Die Tutzinger Erklärung formuliert in fünf Kapiteln Ziele, Strategien und Projekte für die in Politik und Verwaltung Verantwortlichen:

1. Nachverdichtung, Innenentwicklung und öffentlicher Raum
2. Platz da! Kreuzungen zu Stadtplätzen! Dächer zu Gärten! Strassen zu Boulevards!
3. Kultur des öffentlichen Raumes - Künste, Feste, Märkte und Spiele
4. Digitale öffentliche Räume
5. Isarlust- die Wiederentdeckung des innerstädtischen Isarraumes als öffentlicher Raum - für Alle!

Die von Michael Ruhland bestens moderierte Podiumsdiskussion adressierte die oben genannten Punkte in unterschiedlicher Gewichtung an die einzelnen Kandidaten. Die Frage nach einer "Blut Schweiss Tränen Rede" des zukünftigen OBs, um die Dringlichkeit des Handlungsbedarfes bei Wohnungsnot zu verdeutlichen wurde genauso gestellt, wie konkrete Versprechungen, wie mit der urbanen Isar zukünftig umgegangen werden soll. Während alle sich einig waren, dass Münchner Plätze wie der Isartorplatz oder der Ratzinger Platz verbessert werden sollten, hatten die Kandiaten unterschiedliche Sichtweisen auf den Umgang mit Verkehr und Mobilität in der Stadt.

Über 50 Jahre nach dem Stadtentwicklungsplan der autogerechten Stadt wurden nun Ideen und Forderungen für eine menschengerechte Stadt aufgestellt. Die Urbanauten haben mit viel Elan eine grosse Zahl Münchner Bürgerinnen und Bürgern mobilisieren können, gemeinsam ihre Forderungen zu formulieren. Nun ist es an der Reihe der zukünftigen Oberbürgermeisterin, des zukünftigen Oberbürgermeisters, diesen Elan zu nutzen und die Ideen zu konkretisieren.

Siehe auch:
GRAPHISOFT Center unterstützt Tagung "Mehr Platz für Alle" in der Akademie Tutzing (31.1.-2.2.2014)
Diskussion: Mehr Platz für alle! Die Zukunft des öffentlichen Raums in München (13.2.2014)

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