Aussichtsplattform von Stefan Giers Architektur & Landschaft in der Gärtnerstadt Bamberg


Referenzen

Aussichtsplattform von Stefan Giers Architektur & Landschaft in der Gärtnerstadt Bamberg

Eingebunden in einen spannenden und informativen Rundweg durch die Gärtnerstadt Bamberg eröffnet die neue Aussichtsplattform in der Gärtnerstadt Bamberg ihren Besuchern einen weiten Blick auf die UNESCO-Welterbe Stätte Bamberg. Seit dem Mittelalter werden hier in innerstädtischer Lage Gärtnereien betrieben. Ein einzigartiger Gebäudebestand und eine reich entwickelte Gärtnerkultur zeugen noch heute von dieser langen Tradition. Die Aussichtsplattform ist als klarer Kubus gestaltet. Sie bildet den Prototyp einer Objektfamilie für die Gärtnerstadt und kann in Varianz auf unterschiedliche örtliche Situationen reagieren. Leicht gekippt irritiert sie den Betrachter und zieht die Blicke auf sich. Mit ihrer reduzierten Materialpalette und ihrer leichten Konstruktion interpretiert die Aussichtsplattform das Thema "Gewächshaus" neu und lenkt damit den Blick auf ein unverzichtbares, faszinierendes "Werkzeug" der Gärtner - die Gewächshäuser.

Aussichtsplattform Bamberg 1

In Gewächshäusern werden schon früh im Jahr Sämlinge herangezogen. Wie Kristalle stehen sie auf den Feldern. Ihre Wirkung verändert sich mit wechselnden Lichtverhältnissen über den Tag und die Jahreszeiten. Mal erscheinen sie als monolithische Kristalle, mal als aufgelöste Tragwerke. Diese besondere Charakteristik des Zusammenspiels von Stahl und Glas hat schon seit der Entdeckung der Materialien für die Architektur zu besonderen Bauaufgaben angeregt. Genannt seien hier Friedrich Ludwig von Sckells Palmenhaus in München von 1820 und Bruno Tauts eigenwilliger Entwurf eines Glaspavillons auf der Werkbundausstellung 1914 in Köln. Die Konstruktion der Aussichtsplattform in der Gärtnerstadt Bamberg basiert auf einer einfachen, rechtwinkligen Grundstruktur. Diese ist mit 6Grad Neigung in zwei Richtungen aufgestellt. Im Inneren des Bauwerks geraten gewohnte Raumerfahrungen aus dem Lot. Aufenthalt und Begehen werden zu einem besonderen räumlichen Erlebnis. Auch der Treppenlauf ist dieser Neigung unterworfen. Oben angekommen eröffnet sich dem Besucher der Blick auf die innerstädtischen Gärtnerflächen und die historische Stadtsilhouette Bambergs.

Standort der Aussichtsplattform in der Gärtnerstadt Bamberg:

Aussichtsplattform Bamberg 2

Wie im Gewächshausbau bestimmen leichte, feuerverzinkte Stahlprofile und transluzente Gussglasflächen die Materialpalette des Bauwerks. Aus handelsüblichen Normprofilen gefügte Rahmen bilden das Haupttragwerk. Stehend dienen sie als tragende Fassadenstruktur, gefüllt mit Gussglasscheiben. Liegend sind sie die Unterkonstruktionen von Ebenen und Dach und sind mit Sicherheitsrosten bzw. Gussglasscheiben ausgefacht. Die im Werk vorgefertigte Stahlkonstruktion konnte an einem Tag vor Ort aufgebaut und auf vorbereiteten Fundamenten fixiert werden. Die einfache Geometrie aller Einzelbauteile ermöglichte eine Realisierung aus seriellen Bauteilen mit hohem Vorfertigungsgrad.

Aussichtsplattform Bamberg 3


Mit ihrer reduzierten Materialpallette und ihrer leichten Konstruktion interpretiert die Aussichtsplattform das Thema "Gewächshaus" neu
Feuerverzinkter Stahl und transluzente Gussglasflächen bestimmen die Materialpallette des Bauwerks

Projektbeteiligte und Eckdaten

Bauherr: Landesgartenschau Bamberg 2012 GmbH
Architektur: Stefan Giers, Architektur & Landschaft
www.architekturundlandschaft.de

Rundweg: ergon3 Design
Tragwerk: Seeberger, Friedl und Partner
Stahl-Glasbau: Erhard Brandl
Projektverlauf: 2010 Wettbewerb - April 2012 Fertigstellung
Bausumme: ca. 250.000 Euro

Aussichtsplattform Bamberg 4


Fotos und Abbildungen: Stefan Giers, Architektur & Landschaft, München